Projekt "NanoTrust"

Ein Element der Nano-EHS-Forschung ist das vom BMVIT, BMGF, BMLFUW und BMASK geförderte Projekt NanoTrust, welches seit Oktober 2007 am Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) durchgeführt und laufend verlängert wird. Die fünfte Förderperiode startete im Oktober 2017 und wird bis September 2020 dauern.

In der fünften Phase (2017 - 2020) feierte NanoTrust sein 10. jähriges Jubiläum. Schon etablierte und bewährte Elemente wie Dossiers, jährliche Konferenz und Expertenworkshops, Aktivitäten der Kommission etc., werden fortgeführt und schrittweise angepasst, um:

  • die Entscheidungsfindung bezüglich der Ausrichtung, Themensetzung und wissenschaftliche Förderung der einschlägigen Sicherheitsforschung (nano-EHS-Programm) zu,
  • den Kontakt zur F&E-Forschung zu intensivieren, um Fortschritte bei der Suche nach einer gemeinsamen RRI-Strategie zu erzielen und
  • neben dem Einfluss von reinen Nanomaterialien - auch den sog. Advanced Materials (AM) zu untersuchen und zu bewerten.

Dazu gehört die Einrichtung eines gemeinsamen partizipativen Foresight-Prozesses, der alle Beteiligten (Sicherheitsbehörden, Forschung und Entwicklung, politische Entscheidungsträger) einbezieht.

Innovative Technologien wie die Nanotechnologie bringen kontinuierlich neue Materialien und Produkte mit sich. Kernstück des NanoTrust Forschungsprojekts war es von Anfang an, den Wissensstand über mögliche Gesundheits- und Umweltrisiken der Nanotechnologie zu erheben, zu analysieren und zusammenzufassen, sowie verfügbares Wissen zu Sicherheit und Regulierung zu sammeln um Sicherheits- und Governance-Fragen zu adressieren. Das Projekt NanoTrust hat sich seit Beginn im Prozess der Nano-Sicherheitsbewertung etabliert und ist Teil des entsprechenden Expertennetzwerks geworden. Ging es in der ersten Phase (2003 - 2006) nur um die Vorbereitung für Projekte zu Risiko- und Sicherheitsfragen, so war in der zweiten Phase (2007 - 2010) bereits Forschungsdefizite und regulatorische Defizite zu identifizieren und verlässliche Informationen zu sicherheits- und risikorelevanten Themen bereitzustellen, die vorrangige Aufgabe. In dieser Phase wurden die wichtigsten Kontakte insbesondere zu Sicherheitsforschungsinstituten und Aufsichtsbehörden, vor allem in den Bereichen VerbraucherInnensicherheit und ArbeitnehmerInnenschutz, geknüpft. NanoTrust wurde sowohl als verlässlicher und ausgewogener Informationsanbieter als auch als produktiver Unterstützer der in Österreich laufenden Governance-Aktivitäten, wie z. B. dem Österreichischen Aktionsplan Nanotechnologie (ÖNAP), akzeptiert. In der darauffolgenden dritten Phase (2007 - 2013) wurde das Projekt ohne größere Modifikationen um weitere drei Jahre verlängert. Im Oktober 2013 begann dann die vierte Phase (2013 - 2016), in welcher es zu einer stärkeren Fokussierung auf TA- und Risk-Governance-Angelegenheiten kam. Mit dem Vorsitz der österreichischen Nanoinformationskommission (NIK) hat das Projekt auch eine zentrale Aufgabe, bei der Koproduktion von belastbarem Wissen zu sicherheitsrelevanten Themen neuer Materialien und der entsprechenden öffentlichen Verbreitung dieser Erkenntnisse, übernommen.

NanoTrust dient als neutrale Plattform für Diskussion rund um sicherheits- und risikorelevante Themen und als öffentliche Informationsquelle, durch die in Deutsch und Englisch verfassten Dossiers. NanoTrust ist nicht nur in die Umsetzung der Maßnahmen des österreichischen Nano-Aktionsplans und den generellen Behördendialog eingebunden, sondern auch international gut vernetzt. NanoTrust organisierte das 13. Asian Nanotech Camp des Asian Nanoforum (ANF), das zum ersten Mal außerhalb des asiatischen Raumes stattfand. Das Nanotech-Camp fand von 3- 8. April 2016 in Wien und Krems mit 24 Nachwuchswissenschaftlern aus 11 Ländern statt.