Der Österreichische Aktionsplan Nanotechnologie (ÖNAP)

Wie können die Chancen der Nanotechnologie für Österreich, beispielsweise für die Umwelt- und Energietechnik, für neue ressourcenschonende Produkte oder für Klein- und Mittelbetriebe bestmöglich genutzt werden? Was kann Österreich dazu beitragen, um die Sicherheit nanotechnologischer Anwendungen zu gewährleisten? Diesen zentralen Fragen widmet sich der "Österreichische Aktionsplan Nanotechnologie (ÖNAP)", der am 2. März 2010 von der Bundesregierung verabschiedet wurde.

Welche Maßnahmen enthält der ÖNAP konkret?

Der österreichische Aktionsplan Nanotechnologie (ÖNAP) enthält eine Reihe von konkreten Maßnahmen und Empfehlungen, die bis Ende 2012 umgesetzt werden sollten. Dabei wurden auch die Entwicklungen in der EU und in anderen Ländern (z.B. USA) berücksichtigt. Die Maßnahmensind in drei Schwerpunkte zusammengefasst.

Wer hat am Aktionsplan mitgearbeitet?

Mitgearbeitet haben mehr als 20 verschiedene Organisationen aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Umwelt, Gesundheit, Arbeitnehmer- und Konsumentenschutz. Die im Aktionsplan enthaltenen Maßnahmen wurden alle einstimmig von den Beteiligten verabschiedet. Auch die Öffentlichkeit konnte ihre Meinung zum Entwurf des Aktionsplans einbringen. Dafür hat das Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus im Herbst 2009 eine dreiwöchige Internetkonsultation durchgeführt. Die Konsultation wurde gemäß allgemein gültiger "Standards für Öffentlichkeitsbeteiligung" organisiert. Die meisten Stellungnahmen stammten von Institutionen (wie z.B. Forschungseinrichtungen oder Nichtregierungsorganisationen). Die Stellungnahmen wurden im Text des Aktionsplanes berücksichtigt.

Haben auch andere Länder Aktionspläne?

Für Europa hat die EU-Kommission erstmals 2005 einen Aktionsplan für Nanotechnologie und Nanowissenschaften verabschiedet. Dieser Aktionsplan befindet sich derzeit in Überarbeitung. Diesbezüglich hat die EU-Kommission 2010 eine öffentliche Befragung durchgeführt. Weiters haben eine Reihe von Ländern sowohl in der EU als auch weltweit eigene Nanotechnologie Aktionspläne. Inhaltlich ergänzen sich die Maßnahmen der verschiedenen Aktionspläne. Das macht Sinn, da ein einzelnes Land oder Institution (z.B. EU-Kommission) nicht alle Herausforderungen im Bereich Nanotechnologie alleine bewältigen kann. Zusammenarbeit ist hier gefragt.

Vergleich mit anderen Ländern

Einige zentrale Forderungen haben viele Aktionspläne zur Nanotechnologie gemeinsam:

  • unabhängige Risikoforschung,
  • bessere Vernetzung auf internationaler Ebene sowie
  • stärkere Information der Öffentlichkeit.

Daneben sind die Aktionspläne auch oft speziell auf die jeweilige Situation im Land oder in der Region zugeschnitten. Der Österreichische Aktionsplan legt beispielsweise einen starken Fokus auf Klein- und Mittelbetriebe, da es in Österreich fast nur Klein- und Mittelbetriebe und kaum große Unternehmen gibt. Weiters enthält der ÖNAP Maßnahmen für eine verstärke Information der Bevölkerung, da Untersuchungen gezeigt haben, dass die österreichische Bevölkerung mehr über Nanotechnologien wissen möchte.