Nanomaterialien in Lebens- und Futtermitteln - Bestandsaufnahme der EFSA für 2014

Für die EFSA führten das Wageningen-Forschungsinstitut (RIKILT / NL) sowie das "Joint Research Center" (JRC, Institut für Gesundheit und Verbraucherschutz / Ispra, IT) Recherchen in der wissenschaftlichen Literatur sowie im Internet durch und versandten mehr als 1.000 Fragebögen an Unternehmen, Forschungsinstitute, Behörden und andere ExpertInnen.

Die erstellte Datenbank enthält 633 Einträge und listet 55 verschiedene Nanomaterialien aus 12 unterschiedlichen Anwendungsbereichen. Das Spektrum der Nanomaterialien ist vielfältig und reicht von Metalen, Metalloxiden, Tone und Kohlenstoffmaterialien bis hin zu organischen Verkapselungsmaterialien und Nano-Verbundmaterialien. Weniger als 20% der verschiedenen Nanomaterialien werden in mehr als 80% der Anwendungen eingesetzt.

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass vor allem lösliche Verkapselungs- und Trägersysteme, etwa für Vitamine oder Farbstoffe, in Lebensmitteln eingesetzt werden. Weiters findet auch nanopartikuläres Siliziumdioxid (SiO2) als Lebensmittelzusatzstoff Verwendung. Verschiedene Nanomineralien (z.B. Calcium, Magnesium), Nanosilber oder nanopartikuläres Selen werden in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt.

Am häufigsten werden Nanomaterialien im Lebensmittelbereich jedoch für Verpackungsmaterialien verwendet, so z.B. Nanosilber oder Nano-Zinkoxid aufgrund ihrer antimikrobiellen Wirkung, Nano-Titandioxid (TiO2) als UV-Schutz oder Nano-SiO2 als Gas-Barriere in Oberflächenbeschichtungen von Verpackungen.

Es konnten nur wenige Beispiele für eine Anwendung von Nanomaterialien im Futtermittelbereich recherchiert werden, etwa bestimmte Vitaminmischungen für die Geflügel- und Viehzucht.

Schlussfolgerungen

Die StudienautorInnen ziehen aus den Resultaten der Untersuchung den Schluss, dass Anwendungen in den Bereichen "Neuartige Lebensmittel", Zusatzstoffe für Futtermittel, Biozide und Pestizide sich derzeit noch im Entwicklungsstadium befinden. In naher Zukunft sei zu erwarten, dass vor allem Anwendungen von organischen Verkapselungs- und Trägersystemen für Vitamine und Nährstoffe sowie zur Einkapselung von Pestiziden und Düngemitteln zunehmen werden. Weitere absehbare Anwendungsbereiche sind etwa Adsorptionsmittel in Nanogröße in Futtermitteln zur Entfernung von Krankheitserregern und Schimmelpilzgiften.