Umwelt und Nano

Pflanze

Wäre es nicht toll, wenn wir in Zukunft unseren Strom weltweit mit pflanzenähnlichen Nano-Solarzellen produzieren könnten? Doch wie realistisch ist das? Kann mit Nanotechnologie Trinkwasser in Entwicklungsländern gereinigt werden? Müssen in Zukunft die Fenster dank Nanotechnologie nicht mehr geputzt werden? Wieviel Heizkosten kann ich durch Nano-Dämmstoffe einsparen? Ist Nanosilber in Tennissocken tatsächlich so schädlich für die Umwelt und wie kommt es dorthin?
Diese und ähnliche Fragen drängen sich auf, wenn man sich für Nanotechnologie und Umwelt interessiert.

Viele Fragen

Das Interesse an Information über Nanotechnologie ist in Österreich groß. In einer EU-weiten Umfrage im Jahr 2010 haben rund 40 % der Österreicherinnen und Österreicher angegeben, dass sie schon einmal nach Informationen über Nanotechnologie gesucht haben. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten über Nanotechnologie sind zwar teilweise vorhanden, jedoch oft schwer allgemein verständlich. Der Österreichische Aktionsplan Nanotechnologie hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Transparenz im Bereich Nanotechnologie anzuheben.

Lebenszyklus-Analyse

Das nachhaltige Potenzial der Nanotechnologie wird oft betont, aber sind alle Behauptungen wirklich wahr? Um die tatsächlichen Auswirkungen eines Produkts auf die Umwelt feststellen zu können, müsste der gesamte Lebenszyklus von der Herstellung der Ausgangsmaterialien bis zur Entsorgung am Ende der Lebensdauer betrachtet werden. Das ist sehr aufwändig. Einige der wenigen bislang durchgeführten Lebenszyklus-Analysen zeigen für bestimmte Produkte durchaus verringerte Umweltwirkungen bzw. Energie- und Ressourceneinsparungen. Doch nicht jedes "Nano-Produkt" ist notwendigerweise umweltfreundlich oder nachhaltig. Die Herstellung mancher Nanomaterialien benötigt noch viel Energie, Wasser und umweltproblematische Chemikalien.

Das Vorsorgeprinzip

Das Vorsorgeprinzip ist in der EU-Rechtsordnung verankert. Vorsorge bedeutet, dass Vorsichtsmaßnahmen bereits sehr früh, sobald ein begründeter Verdacht einer Gefährdung besteht, getroffen werden. In dem Fall sind erst wenige wissenschaftliche Daten vorhanden, sodass zum gegebenen Zeitpunkt keine vollständige Risikoanalyse durchführbar ist.
Handelt man vorsorgeorientiert, wartet man also nicht jahrelang, bis alle wissenschaftlichen Daten für eine umfassende Risikobewertung vorliegen. Denn dann könnte der Schaden womöglich schon eingetreten sein - das will man vermeiden. Sollte sich später herausstellen, dass kein Risiko besteht, kann man die Vorsichtsmaßnahmen wieder aufheben.
Für eine umfassende Abschätzung des langfristigen Umweltrisikos von z.B. Nanosilber ist die Datenlage aus wissenschaftlichen Untersuchungen derzeit noch zu gering. Eine Schädigung der Umwelt ist jedoch nicht auszuschließen. Auch scheint der Nutzen für VerbraucherInnen zweifelhaft. Deshalb sollte auf Silber in Konsumprodukten (z.B. Textilien) aus Vorsorgegründen verzichtet werden.

Nanotechnologie - Was hat das mit mir zu tun?

Diese Broschüre (erstellt von Global 2000 mit Unterstützung des BMLFUW) gibt einen Überblick über die wichtigsten Anwendungsgebiete der Nanotechnologien

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Projekt "NanoRate"

In diesem Projekt wurden Nutzen und Risiken von Nano-Produkten anhand einer Lebenszyklus-Analyse untersucht

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Umweltrelevante Aspekte von Nanomaterialien am Ende der Nutzungsphase

Teil I: Abwässer und Klärschlamm. Einen Überblick gibt das NanoTrust Dossier Nr. 43 (Feruar 2015)

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