Nano in Sport und Freizeit

Auswahl von Nanoprodukten

Die Anforderungen an Tennis- und Badmintonschläger sind hoch - sie müssen sehr leicht sein, gut in der Hand liegen und dabei großen Belastungen standhalten. Um diese Eigenschaften zu erzielen bzw. zu verbessern, verwenden einige Herstellern in den letzten Jahren Verbundmaterialien, in die Kohlenstoffnanoröhrchen oder sogenannte Fullerene – kugelförmige Nanostrukturen aus Kohlenstoffatomen – eingearbeitet werden. Neuerdings werden auch Graphenflocken eingesetzt, um die Zugfestigkeit des Materials zu verbessern. Graphen zählt zu den Nanomaterialien und besteht aus einer Schicht von gitterartig verbunden Kohlenstoffatomen.

 

Auch im Radsport finden Nanomaterialien Verwendung. So werden in modernen Fahrradrahmen zum Teil Kohlenstoffnanoröhrchen zur Gewichtsreduktion bei gleichzeitiger Erhöhung der Festigkeit eingesetzt. Im Handel erhältlich sind auch LED-Fahrradlampen, die mit dem Schlagwort „nano“ beworben werden sowie Kettenschmieröle mit Nanodiamanten zur Verschleißreduktion.

 

Textilien, wie etwa Wander- oder Regenjacken, die wasserabweisend und atmungsaktiv sind, wurden bis vor einigen Jahren noch häufig mit dem Schlagwort „nano“ beworben. Dieser Trend ist mittlerweile rückläufig, jedoch finden sich immer noch einige Produkte im Handel. Für KonsumentInnen ist aber zumeist nicht erkennbar, mittels welcher Technologie die Eigenschaften der Funktionstextilien erzielt wurden. Dabei kann es sich lediglich um eine Imprägnierung handeln, die nach mehreren Wäschen verschwunden ist, oder um speziell strukturierte Fasern bzw. um Nanomaterialien, die in das Gewebe oder die Fasern fest integriert sind. Aufgrund der verschiedenen Herstellungsverfahren weisen Funktionstextilien auch oft unterschiedliche Eigenschaften auf und leider halten nicht immer, was sie versprechen.

 

Visiere von Motorradhelmen werden mit speziellen Nanobeschichtungen („Anti-Beschlag“) angeboten, wie auch Sonnenbrillen, um diese mit kratzfesten und schmutzabweisenden Eigenschaften auszustatten. Neben diesen dauerhaften Beschichtungen gibt es auch die Möglichkeit, Textilien, Brillen oder andere Oberflächen mittels Nano-Imprägnierungssprays wasser- und schmutzabweisend zu machen. Der Bezug zur Nanotechnologie wird bei diesen Sprays zumeist dadurch hergestellt, dass diese auf Basis chemischer Substanzen eine nanometerdünne Schutzschicht erzeugen. Werden die chemischen Bestandteile solcher Imprägnierungssprays – unabhängig davon, ob sie mit „nano“ beworben werden oder nicht - eingeatmet, können schwere gesundheitliche Probleme auftreten. Deshalb sollten sie nur im Freien und unter genauer Einhaltung der Anwendungsvorschriften verwendet werden.

 

Wer Sport betreibt, gerät leicht ins Schwitzen. Unterwäsche und Socken, die trotzdem nicht unangenehm riechen, wären eine praktische Sache. So wurden in den letzten Jahren im Handel geruchshemmende Produkte mit antibakteriellem Nanosilber angeboten. Die Wirksamkeit ist allerdings nicht nachgewiesen und Fachleute raten aufgrund möglicher negativer Wirkungen auf Gesundheit und Umwelt von einer Verwendung von Nanosilber in Konsumprodukten ab. Entsprechende Medienberichte und neue gesetzliche Bestimmungen bezüglich der Verwendung von Bioziden haben dazu geführt, dass mittlerweile kaum mehr Unterwäsche oder Socken mit „Nanosilber“ beworben werden. Weiterhin erhältlich sind allerdings Produkte, bei denen als antibakterielle Wirksubstanz „Silber“, „Silberfäden“ oder „Silberionen“ angeführt werden.

"Nano"-Beschichtungen

Weiterführende Informationen zu Funktionsweise, Herstellung, Anwendungen sowie möglichen Risiken für Umwelt und Gesundheit

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Kohlenstoff-Nanoröhren (Carbon Nanotubes)

Einen Überblick über Nanomaterialien aus Kohlenstoff bieten die NanoTrust Dossiers Nr. 22 (März 2011) und Nr. 24 (Mai 2011).

 

Kohlenstoff-Nanoröhren (Carbon Nanotubes)

Teil I: Grundlagen, Herstellung, Anwendung

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Kohlenstoff-Nanoröhren (Carbon Nanotubes)

Teil II: Risken und Regulierung

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