ISO- und CEN-Normen im Bereich der Nanotechnologie

Die geschichtliche Entwicklung von Nano-Normen

Seit dem Beginn des 21. Jahrhundert wurden Nanotechnologien in vielen Industrieländern und in der Europäischen Union durch staatliche Förderprogramme unterstützt sowie viele neue Nanotechnologie-Anwendungen und -Produkte entwickelt.

Ab 2004 wurden in China, Japan, den USA und in Europa erste Komitees und Arbeitsgruppen zur Normung von Nanotechnologie gegründet.

Die ISO ("International Organisation for Standardisation") hat 2005 ein "Technical Committee", das "ISO/TC 229 Nanotechnologies" mit mehreren Arbeitsgruppen eingerichtet.

An der Entwicklung von europäischen technischen Normen - sie gelten in den Mitgliedstaaten der EU, der EFTA sowie einer Reihe von benachbarten Ländern und sind mit der Bezeichnung "EN" versehen - arbeitet seit 2006 im Rahmen von CEN das Technische Komitee "CEN/TC 352 Nanotechnologies". Die Europäische Kommission vertraut zunehmend auf Instrumente der europäischen Normung im Binnenmarkt und hat das CEN beauftragt, die Harmonisierung der technischen Normen im EU-Raum voranzutreiben. Sie hat dazu in den Jahren 2007, 2010 und zuletzt 2013 Arbeitsaufträge ("Mandate") für den Bereich der Nanotechnologien erteilt.

Warum sind Nano-Normen nützlich?

Die Vorteile, die Normen in diesem neuen Technologiesektor mit sich bringen können, sind in einem Handbuch der Europäischen Kommission (Generaldirektion Forschung und Innovation - Industrielle Technologien) im Jahr 2013 so beschrieben worden:

  • sie erlauben die Herstellung von Klarheit in der Kommunikation (worüber reden wird? wie nennen wir diese Eigenschaft?);
  • es wird dadurch die Möglichkeit für allgemeine Spezifikationen, für Messungen und Testverfahren geschaffen (wie laufen verlässliche Messverfahren ab?);
  • damit kann die Reproduzierbarkeit, die Qualität und auch der Schutz vor potentiellen gesundheitlichen und umweltrelvanten Auswirkungen erreicht werden;
  • ... und durch Normen wird auch die Grundlage für weitere technologische Innovationen und für eine wirksame Regulierung geschaffen.

Welche Themen für Nano-Normen werden behandelt?

Sowohl beim Technischen Komitee TC 229 der ISO als auch beim Technischen Komitee TC 352 der CEN sind die Arbeitsfelder folgenden Arbeitsgruppen zugeordnet:

  • Terminologie und Namensgebung
  • Messverfahren und Charakterisierung
  • Sicherheitsaspekte, gesundheitliche und umweltrelevante Auswirkungen
  • Spezifikationen von Nanomaterialien (und Referenzmaterialien)

Möglichkeiten zur Mitarbeit an der Normenarbeit

Über die Möglichkeiten zur Mitarbeit bzw. Mitgestaltung von Normen gibt es ausführliche Informationen seitens des ASI ("Austrian Standards Institute"). Möglich ist

  • die Mitarbeit an der Entwicklung neuer Normen,
  • die Stellungnahme zu vorliegenden Normentwürfen und
  • die Anregung für die Überarbeitung von bestehenden Normen.

Aktuelle Normentwürfe, die gerade zur Stellungnahme durch die Öffentlichkeit aufliegen und während der Einspruchfrist öffentlich zugänglich sind, finden sich beispielsweise im Normentwurfsportal von Austrian Standards. Nach einer kostenlosen Registrierung können diese unter Komitee 052 aktiv kommentiert werden.

ISO/TC 229

Aktivitäten des ISO/TC

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CEN/TC 352

Aktivitäten des CEN/TC 352

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Europäische Kommission

Mandat (2010) der Europäischen Kommissio

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Normen-Sammlung

vom ISO/TC 229 bzw. CEN/TC 352 publizierten Normen zum Thema "Nanotechnologie"

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Neue Arbeitsvorhaben

von ISO/TC 229

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Neue Arbeitsvorhaben

von CEN/TC 352

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Austrian Standards Institute (ASI)

Allgemeine Informationen zur Normenarbeit

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Austrian Standards Institute (ASI)

Normentwurfsportal

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Austrian Standards Institute (ASI)

Kontaktdaten

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