Verpackungen

Gläser, Flaschen und Wasserkrüge

Nanopartikel können dazu beitragen, dass Verpackungsmaterialien, wie z.B. Folien oder Plastikflaschen, verbesserte Eigenschaften bekommen. Zum Beispiel kann die Schutzwirkung der Verpackung gegenüber Gasen wie Sauerstoff und Kohlendioxid erhöht werden oder antibakterielle Substanzen wirken gegen schädliche Mikroorganismen. Lebensmittel bleiben so länger frisch und haltbar.
Eine weitere Anwendung sind sogenannte "Nanosensoren", die derzeit in Entwicklung sind. Diese Sensoren messen den Sauerstoffgehalt im Inneren der Verpackung. Ab einem bestimmten Gehalt ändert ein Indikator auf der Außenseite die Farbe. Auf diese Weise erkennt der/die VerbraucherIn auf einen Blick, wie frisch das Lebensmittel ist. Andere Sensoren erkennen schon sehr geringe Mengen von Stoffwechselprodukten von Bakterien. So könnte in Zukunft der Frischegrad eines Lebensmittels direkt auf der Verpackung ersichtlich sein.

Um welche Substanzen handelt es sich?

  • Silber wirkt gegen viele Mikroorganismen, wie Bakterien, Pilze und Viren. Nanosilber soll noch wirksamer sein. Silber wird nicht nur in Verpackungen, sondern auch in anderen Produkten wie Beschichtungen eingesetzt (näheres siehe "Lotus-Effekt"). Beschichtungen von Arbeitsflächen und Transportbändern mit Nanosilber können in medizinischen und hygienischen Bereichen hilfreich sein, um die Anzahl von schadhaften Keimen zu reduzieren. Auch Kühlschränke, die auf den inneren Oberflächen mit Nanosilber beschichtet sind, werden beworben. Weiters sind laut Herstellerangaben Plastik-Lebensmittelbehälter, Schneidebretter und andere Küchengeräte mit Nanosilber beschichtet sein. Zum Verhalten von Nanosilber in der Umwelt ist noch nicht alles bekannt.
  • Titandioxid wird als Schutz vor UV-Licht einsetzt. UV-Licht kann bei Lebensmitteln zu chemischen Reaktionen führen, die unerfreuliche Auswirkungen auf die Qualität, Geschmack und Aussehen des Lebensmittels mit sich tragen. Werden Nanopartikel aus Titandioxid in durchsichtigen Plastikfolien eingesetzt, können diese chemischen Prozesse verhindert werden. So wird die Haltbarkeit des Lebensmittels verlängert.
  • Ton (Nano-Clay): Für Getränkeflaschen wurde ein spezieller Kunststoff entwickelt, in dem Nanopartikeln aus Ton eingelagert sind. Das Ergebnis ist eine leichtere Flasche sowie eine verbesserte Barriere für Gase, das heißt, kein Sauerstoff kann in die Flasche hinein und kein Kohlendioxid kann hinaus. Deshalb bleiben die Getränke länger haltbar und frisch.
  • Siliziumdioxid (Quarz, Glas) wird als Schicht, die dünner als 100 nm ist, im Inneren von PET-Flaschen aufgebracht. So werden die Barriereeigenschaften für Gase verbessert und das Getränk bleibt länger haltbar.
  • Titannitrid wird in Form von Nanoteilchen in PET-Flaschen Getränken eingesetzt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertete bislang diese als einzige Substanz in nanoskaliger Form für den Einsatz in Verpackungen. Werden Titannitrid-Teilchen zugesetzt, so ergeben sich Vorteile bei der Herstellung der PET-Flaschen. Geprüft wurde, ob die Nanopartikel in das Lebensmittel übergehen. Da dies nicht nachgewiesen werden konnte, kam die EFSA zum Schluss, dass es keine gesundheitlichen Bedenken gibt.

Können Nanopartikel aus der Verpackung in das Lebensmittel übergehen?

Ein mögliches Risiko für die VerbraucherInnen bestünde darin, dass Nanopartikel aus der Verpackung in das Lebensmittel oder Getränk übergehen. So könnten Nanomaterialien mit dem Lebensmittel aufgenommen werden.
Versuche wie z.B. bei der Zulassung von Titannitrid haben gezeigt, dass die Gefahr einer Freisetzung sehr klein ist, wenn die Nanopartikel fest in einer Schicht oder ein Material eingebettet sind. Ob, unter welchen Bedingungen und in welcher Menge Nanopartikel aus der Verpackungen in das Lebensmittel gelangen können, muss jedoch im Einzelfall überprüft werden.
Derzeit wird an der Freisetzung und an der toxischen Wirkung von Nanopartikeln noch geforscht.

Nanosilber in Kosmetika, Hygieneartikeln und Lebensmittelkontaktmaterialien

Die Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) vom Februar 2010 bietet einen umfassenden Überblick über die Grundlagen, Anwendung und möglichen Risiken von Nanosilber:

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