Was sind "Verkapselungssysteme"?

Eine mögliche Anwendung von Nanomaterialien in Lebensmittel und Kosmetika sind sogenannte "Verkapselungssysteme" wie Liposome oder Mizellen. Diese kugeligen Gebilde bestehen aus löslichen und biologisch abbaubaren Bestandteilen. In ihrem Inneren können sie Substanzen einkapseln, schützen und transportierten.

Welchen Nutzen haben Verkapselungssysteme?

Liposome oder Mizellen bieten bei der Herstellung von Lebensmitteln folgende Vorteile:

  • Empfindliche Substanzen wie Vitamine können während der Herstellung besser geschützt werden
  • Farbstoffe, die sich normalerweise nicht gut lösen, können besser löslich gemacht werden
  • Substanzen können an bestimmten Stellen im Körper freigesetzt werden
  • Nährstoffe könnten vom Körper besser aufgenommen und verwertet werden (Erhöhung der Bioverfügbarkeit)
  • Die eingeschlossenen Substanzen können über biologische Barrieren, wie etwa die Magen-Darm-Wand oder die Haut, die ansonsten unüberwindbar sind, transportiert werden.

Was sind Nanoemulsionen?

Nanoemulsionen (Verteilung von sehr feinen Öltröpfchen in Wasser) sind für die Entwicklung von fettreduzierten Lebensmitteln interessant. In die Öltröpfchen werden noch kleinere Wassertröpfchen gefüllt. So wird der Fettanteil reduziert, ohne dass die Eigenschaften der Emulsion und somit die Textur verloren gehen. In Kosmetika dienen Nanoemulsionen für einen besseren Transport der aktiven Wirkstoffe in tiefere Hautschichten wie beispielsweise in Anti-Aging-Cremen.

Woran erkenne ich, ob Lebensmittel Nanomaterialien enthalten?

Ab 2014 müssen per Gesetz Lebensmittel, die künstlich hergestellte Nanomaterialien enthalten, eindeutig gekennzeichnet werden. In der Zutatenliste muss das Wort "Nano" in Klammer hinter der jeweiligen Zutat stehen, wie z.B. "Siliziumdioxid [nano]". Lösliche Nanomaterialien wie Liposome (Nanokapseln) und Nanoemulsionen sind nicht zu kennzeichnen.