Was bedeutet "nano"?

Die Vorsilbe "Nano" entstammt dem griechischen Wort "nanos" für Zwerg. Ein Nanometer (nm) ist der milliardste Teil eines Meter (entspricht 0,000 000 001 m) oder der millionste Teil eines Millimeters. Das Größenverhältnis zwischen einem Nanometer und einem Meter entspricht etwa dem des Durchmessers einer Haselnuss zum Durchmesser unserer Erdkugel. Ein anderer Vergleich: ein Bakterium (1 µm) ist etwa 1000mal so groß wie ein Nanometer.

Was ist Nanotechnologie?

Nanotechnologie umfasst eine Vielzahl von Technologien, die sich die besonderen Eigenschaften von Strukturen und Bausteinen, die kleiner als 100 Nanometer groß sind, zunutze machen. Sie wird auch als wichtige Zukunfts-und Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts angesehen. Bei allen Chancen, die durch die Anwendung von Nanotechnologien für Industrie, Wissenschaft und VerbraucherInnen in Aussicht gestellt werden, darf die Abschätzung etwaiger Risiken nicht aus den Augen verloren werden.

Was ist an "nano" so besonders?

Nanomaterialien können andere Materialeigenschaften besitzen als größere Teilchen des gleichen Stoffes. Beispielsweise erscheint Gold in Nanogröße nicht mehr golden, sondern rot oder blau-violett. Änderungen sind auch bei den chemischen und physikalischen Eigenschaften möglich. So schmelzen Nanomaterialien beispielsweise bei niedrigeren Temperaturen, absorbieren Licht bei kürzerer Wellenlänge und besitzen andere mechanische, elektronische und magnetische Eigenschaften als das größere Teilchen des gleichen Stoffes. Mit Hilfe der Nanotechnologie ist es also möglich, Stoffen völlig neue Eigenschaften und Funktionen zu geben, wodurch sie für unterschiedliche Einsatzbereiche interessant werden. Dadurch erwartet man sich zahlreiche innovative Entwicklungen in verschiedenen technischen Bereichen und unterschiedlichen gesellschaftlichen Anwendungsfeldern.

Kommen Nanomaterialien auch in der Natur vor?

In der Natur entstehen Nanopartikel beispielsweise bei Verbrennungen (Rußteilchen von Vulkanausbrüchen oder bei Waldbränden) oder sind in Form von biologischen oder chemischen Strukturen (z.B. Eiweiße im Blut) vorzufinden. Auch in Lebensmitteln kommen natürlicherweise viele Nanopartikel vor. Kasein, ein Eiweiß der Milch, ist als Nanoteilchen vorhanden. Die Fettkügelchen der Milch sind nach der Homogenisierung etwa 100 nm groß. Außerdem entstehen bei der Verarbeitung von Lebensmitteln viele nanostrukturierte Teilchen. Wenn Stärke gekocht wird, um Pudding herzustellen, bilden sich dreidimensionale Nanostrukturen. Gegen diese natürlich vorkommenden und bei der Lebensmittelverarbeitung üblicherweise entstehenden Nanostrukturen gibt es keine gesundheitlichen Bedenken.