Evaluierung

ArbeitgeberInnen müssen im Rahmen der Arbeitsplatzevaluierung die Gefahren für die Sicherheit und die Gesundheit der ArbeitnehmerInnen ermitteln und beurteilen, und sie müssen geeignete Maßnahmen gegen die festgestellten Gefahren festlegen. Die Ergebnisse dieser Gefährdungsbeurteilung müssen dokumentiert werden. Nanomaterialien haben dabei keine Sonderstellung - auch die von ihnen möglicherweise ausgehenden Gefahren sind in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen, genau so wie die von anderen Arbeitsstoffen.

Grundidee der Gefährdungsbeurteilung ist es, dass sich ArbeitgeberInnen eigenverantwortlich und innovativ um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz ihrer ArbeitnehmerInnen kümmern. Die Verpflichtung dazu ist im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz festgelegt. Die Gefährdungsbeurteilung (auch als "Arbeitsplatzevaluierung" bezeichnet) soll dabei helfen, die Sicherheit der ArbeitnehmerInnen als natürlichen Bestandteil der Betriebskultur zu etablieren. Einige detailliertere und für einzelne Arten von Arbeitsplätzen zugeschnittene Informationen finden sich auf der Internetseite www.eval.at.

Ein Bereich der Gefährdungsbeurteilung widmet sich der Ermittlung und Beurteilung von Arbeitsstoffen (Chemikalien). Hierbei sind auch Nanomaterialien zu berücksichtigen.

Die Gefährdungsbeurteilung von gefährlichen Arbeitsstoffen erfolgt in drei Schritten:

- Gefahrenermittlung,

- Risikobeurteilung und

- Festlegung von Schutzmaßnahmen.

Die Schutzmaßnahmen müssen regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Neue Erkenntnisse über die Risiken müssen in die Gefährdungsbeurteilung einfließen. Dadurch wird gewährleistet, dass die Gefährdungsbeurteilung nicht ein einmaliges Ereignis, sondern ein fortlaufender Prozess ist. Schließlich ist diese Tätigkeit laufend zu dokumentieren.

Was bei diesen Schritten im Zusammenhang mit Nanomaterialien besonders zu beachten ist, beschreibt der vom BMASK 2010 erstmals herausgegebene und Ende 2013 überarbeitete detaillierte "Leitfaden für das Risikomanagement beim Umgang mit Nanomaterialien am Arbeitsplatz". Der Folder zum "Nano-Leitfaden" fasst dessen Kernaussagen kurz und bündig zusammen. 

Leitfaden für das Risikomanagement

Leitfaden für das Risikomanagement beim Umgang mit Nanomaterialien am Arbeitsplatz. BMASK (Hg.): Wien, 2013.

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Empfehlung für die Gefährdungsbeurteilung

Empfehlung für die Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit Nanomaterialien am Arbeitsplatz. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) und Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI) (Hg.): Dortmund, 2012

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Arbeits- und Gesundheitsschutz

Merkblatt "M 310 AUVA Nanotechnologien – Arbeits- und Gesundheitsschutz"

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Nanotrust-Dossier ArbeitnehmerInnenschutz

Überblick über ArbeitnehmerInnenschutz bietet das NanoTrust Dossier Nr. 019

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internationale Links zum Thema

Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS): Bekanntmachung zu Gefahrstoffen (BekGS) 527 "Hergestellte Nanomaterialien" (2013)

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