An welchen Arbeitsplätzen ist Kontakt mit Nanomaterialien möglich?

Menschen in unterschiedlicher Arbeitskleidung

Nanopartikel sind kleinste Teilchen, die zumindest in einer Dimension - Länge, Breite oder Höhe - weniger als 100 Nanometer messen. 100 Nanometer entsprechen einem Zehntausendstel eines Millimeters. Nanopartikel sind winzig klein, leicht und unsichtbar und können daher eingeatmet werden.

 

Arbeitsplätze mit unbeabsichtigter Freisetzung von Nanopartikeln:
Beim Verbrennen oder bei heißen Arbeitsverfahren entstehen Rauche und Ruße, wie z.B. Schweißrauch, Dieselruß, Zigarettenrauch, Rauche bei Laserstrahlschneiden oder an Schießständen. Diese Rauche und Ruße enthalten vorwiegend Nanopartikel. Üblicherweise werden diese beim Verbrennen entstehenden Nanopartikel als Ultrafeinstaub bezeichnet. Da Menschen schon seit der Verwendung von Feuer solchen Nanopartikeln ausgesetzt sind, gibt es ausreichende medizinische Erfahrungen wie z.B. Grenzwerte für die Luft an Arbeitsplätzen und wirksame Filter für die Reinigung der verschmutzten Luft.

Arbeitsplätze in Produktionsbetrieben:
Erst seit kurzer Zeit werden Nanopartikel in einigen österreichischen Betrieben erzeugt. Grund dafür sind die vielen interessanten Eigenschaften, die diese Nanomaterialien haben (siehe auch Produkte). Bei der Herstellung ist dem Betrieb bekannt, dass mit diesen kleinsten Teilchen gearbeitet wird. Daher können Beschäftigte im (Forschungs-)Labor, in der Produktion oder während Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten diese Nanomaterialien nur dann einatmen, wenn die Schutzmaßnahmen ungenügend sind.

In der Weiterverarbeitung, z.B. bei der Zugabe von Nanomaterialien zu Produkten wie Kosmetika oder Lacken, nimmt die Information, dass mit Nanomaterialien gearbeitet wird, ab. Das liegt vor allem an der derzeit noch fehlenden Kennzeichnung von Nanomaterialien oder Nanoprodukten. Besonders schwierig wird die Beurteilung dann, wenn nanohaltige Produkte weiterverarbeitet werden, ohne dass auf der Verpackung oder im Sicherheitsdatenblatt Hinweise auf Nanomaterialien zu finden sind.

Ob Beschäftigte tatsächlich gefährdet sind, hängt davon ab, wie stark die Nanomaterialien im Produkt gebunden sind und ob beim Arbeitsverfahren Staub oder Nebel entstehen können.

Besonders wenige Informationen haben Arbeitgeber und Beschäftigte in der Entsorgung. Gerade für diese Arbeitsplätze ist die Information, ob Nanomaterialien in den Abfällen enthalten sind, besonders wichtig, um die richtigen Schutzmaßnahmen treffen zu können.

Forschung zum sicheren Umgang mit Nanopartikeln am Arbeitsplatz

Viele neue Nanomaterialien werden entwickelt, in größeren Mengen produziert und angewendet. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit einer Exposition am Arbeitsplatz gegenüber Nanopartikeln immer größer und Risikoforschung immer wichtiger. Europaweit laufen derzeit große Forschungsprojekte zu einigen wichtigen Fragen wie Expositionshöhe, inhalative und dermale Aufnahme, Wirkungsmechanismen und gesundheitliche Auswirkungen und Sicherheit von eingesetzten Schutzmaßnahmen. In Österreich gibt es auch einige Institutionen, die sich mit arbeitsplatzbezogener Forschung beschäftigen. Näheres ist hier zu lesen.

Nanomaterialien und Aspekte des ArbeitnehmerInnenschutzes

Übersicht bietet das NanoTrust Dossier, Nr. 29 (Jänner 2012)

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